G06

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Deutschsprachig:
G01G02G03G04G05G06G07G08G09G10G11G12G13
Morsesignale:
M12
Eckdaten von G06
Emblem of the GRU.svg
Emblem des GRU[1]
Family
(nach ENIGMA / E2k)
Ia
Stimme / Sprechweise Young Lady, automatisch,
wie G08
Spitzname / Alias German Lady
Zitter[2]
Modulation A3E/H3E
Nationalität RUS
Sprach-Derivate S06, E06, V06
Morse-Derivate M14, M24
Status Aktiv
Erstes Log Vermutlich Mitte
1980er Jahre
(Sommer 1985?)
Letztes Log aktiv
Siehe auch: Liste der Zahlensender

G06 ist die Bezeichnung eines Zahlensenders, der auch unter dem Alias „German Lady (Ending 0 0 0 0 0)“ bekannt wurde. Bis vor kurzem war er der einzige verbliebene deutschsprachige Zahlensender auf Kurzwelle.

Der Sender wird dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet.

Klassifizierung

Der Sender G06 ist durch die ENIGMA-Gruppe aufgrund der Sprache (G = „German“) klassifiziert und wird der sog. Family Ia zugeordnet. Auffälligstes Merkmal ist, dass G06 die gleiche Stimme verwendet, wie sie auch bei G07 und G08 zum Einsatz kam.

Betreiber

Schon relativ früh wurde durch einfache Richtungsbestimmungen und grobe Peilungen die (ehemalige) Sowjetunion als Quelle der Sendungen ausgemacht. Ein weiteres Indiz war jedoch das übereinstimmende Format der Sendungen zu (vor allem) S06 und ebenso E06. Zunächst ging man allerdings davon aus, dass S06, E06, G06 und die Family Ib mit G07, E07, S07 und V07 vom gleichen Urheber stammten. Dies kann inzwischen jedoch als widerlegt angesehen werden.

Heute gilt als allgmein gesichert, dass die „06er“ dem ehemals sowjetischen und heute russichen Militärgeheimdienst Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije(GRU) zugeordnet werden können, wogegen Family Ib vom ehemaligen KGB bzw. dem heutigen Sluschba wneschnei raswedki (SVR) betrieben werden.

Da das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und wohl auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) davon ausgehen, dass nach wie vor russische Militärspione in Deutschland, vor allem bei der Bundeswehr, aktiv sind, dürfte die Bundesrepublik nach wie vor das Hauptziel der Sendungen von G06 sein. Danaben kommen aber auch Österreich und die Schweiz als Ziele in Frage. Hin und wieder wird aber auch gemutmaßt, dass G06 lediglich ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges ist und heute nur noch BfV und MAD beschäftigen soll. Diese Annahmen sind jedoch rein spekulativ und nicht belegbar.

Der GRU gilt, was die Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter betrifft, als der größte Auslandsgeheimdienst Russlands[3][4], auch im Hinblick auf die Größe seines Agenten-Netzwerks. Tatsächlich sind GRU und SVR aber eng miteinander verflochten. So muss der GRU offenbar nur vergleichsweise wenig zur Führung seiner Agenten aufwenden, da die Ergebnisse hauptsächlich über die Botschaften und Konsulate Russlands nach Moskau gelangen dürften. Die dortigen „Diplomaten“ wiederum werden über den SVR geführt (Familie Ib).

Senderstandorte

Die nachfolgenden Angaben geben den Stand von August 2020 wieder.

War bis vor kurzem nur sehr wenig über die möglichen Senderstandorte von G06 bekannt, so ergaben jüngste Peilungen (auch mit Hilfe von TDoA) einen Senderstandort in der Nähe von Smolensk[5]. Die dort vorgefundene Antennenkonstellation legt gezielte Sendungen in Richtung Westeuropa nahe. Das würde für einen Sender wie G06 durchaus Sinn ergeben.

Der gefundene Standort gehört zu einer militärischen Einrichtung Russlands, deren exakte Bezeichnung jedoch nicht bekannt ist. Hier gab es oftmals Änderungen der betreibenden Einheiten nach mehrfachen Restrukturierungen innerhalb der russischen Streitkräfte. Dadurch werden zwei Thesen direkt bestätigt:

  • G06 sowie E06, S06 und alle weiteren Dienste der Family Ia werden durch den russischen Militärgeheimdienst betrieben
  • Die Family Ia nutzt keine oder nur wenige eigene Sendestellen im herkömmlichen Sinne, sondern wird über militärische Sendestellen ausgestrahlt.

Geschichte

Erstes Log

Das erste Log ist aus der heutigen Perspektive nicht mehr nachzuvollziehen. Möglicherweise ist G06 bereits seit den frühen 1980er Jahren aktiv, doch belegen lässt sich das heute nicht mehr.

Letztes Log

Der Sender war nach wie vor aktiv (Stand Juli 2020). Gesendet wurde nur noch am zweiten und vierten Donnerstag- und Freitagabend. Die Sendungen am Montag (zweiwöchentlich vormittags und abends am ersten und zweiten Montag) sowie deren Wiederholungen am Mittwoch- und Donnerstagmittag sind mit Beginn des Jahres 2020 eingestellt worden. Damit endete ein zuletzt sechs Jahre gültiges Sendeschema, nachdem in den genannten Slots fast ausschließlich Null-Messages gesendet wurden.

Format

Format: G06 Siehe auch: Format von Zahlensendungen
Erkennungssignal Präambel Sendung Ende der Sendung
entfällt1 Mit Message
iii R4m Einleitung Text Wiederholung Ende
1. aaa aaa gg gg FFFFF entfällt aaa aaa gg gg
0 0 0 0 0
NULL-Message
iii iii iii
0 0 0 0 0
R4m
  entfällt
Anmerkungen

1: Regelmäßig werden weit vor dem eigentlichen Sendebeginn sogenannte "Testsendungen" geloggt, zum Beispiel 111 111 111 00000. Diese können jedoch nicht als Ankündigungssignal gewertet werden.

Sprache und Stimme

Bei G06 kommt exakt die gleiche Stimme wie beim früheren Zahlensender G08 zum Einsatz. Diese verwendet die charakteristischen Aussprachen:

  • 2 wird als weiches "Tzwo",
  • 5 wird als "Fünnef" und
  • 9 wird als "Neuen"

ausgesprochen.

Im Vergleich zu G08 wirkte die Stimme in den 1980er-Jahren ein wenig zittrig und etwas dünner, was auf ein anderes Aufnahme- oder Wiedergabeverfahren hindeuten könnte. Bei G06 kommt heute (Stand Juli 2020) offenbar kein Sprach-Morse-Generator mehr zum Einsatz wie zu Zeiten von G08. Vielmehr scheinen die Sendungen unter Windows (XP) erstellt oder zumindest aufgezeichnet und gesendet zu werden. Grund für diese Annahme ist der häufig nach einer Sendung zu hörende „Shutdown“-Sound dieses Betriebssystems, bevor der Sender abgeschaltet wird.

Sendeplan

Jahrelang war nur sehr schwer einen Sendeplan als solcher auszumachen. Selbst in den ersten Jahren der gezielten Beobachtung von Zahlensendern unter dem Dach von ENIGMA viel es schwer, die Sendungen von G06 annähernd vorherzusagen. So war noch in der Ausgabe Nr. 5 des ENIGMA-Newsletters vom Mai 1994 zu lesen:

This station is irregular.
Monday      at 22.15 on  5315
Tuesday     at 19:00 on 10460
Tuesday     at 22.30 on  4576
Wednesday   at 21.30 on 5360
Friday      at 20.20 on8035

Im September las man dann im ENGIMA-Newsletter 6:

Not heard that often, this station sends a strong signal, transmissions are most likely random.
Mon  19.50  8110  Sat  20.20  8035 calling 319
Mon  20.00  5750
Tue  19.50  8117
Delivery of messages is slow and very clear, groups are paired.

Bis zum Ende der „old ENIGMA-Group“ im Frühjahr 2000 konnte kein exakter Sendeplan publiziert werden. Man wusste, dass es einen geben musste, doch das Auffinden der Frequenzen gestaltete sich als recht schwierig. Im Vergleich zu den heute allgmein bekannten Sendeplänen gab es in den 1990er-Jahren offenbar auch recht „krumme“ Sendezeiten (h+15, h+50 usw.). Heute werden nur noch die volle (h+00) und halbe (h+30) Stunde genutzt.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass G06 alles andere als pünktlich arbeitet. Im Vergleich zu beispielsweise G05 weicht G06 enorm von der vollen bzw. halben Stunde ab. In den meisten Fällen starten die Sendungen sogar eine Minute zu früh, es wurde auch schon eine Abweichung von -3 Minuten beobachtet. Um G06 heutzutage vor Beginn der jeweiligen Sendung zu finden ist es hilfreich, nach starken Trägern im Bereich von ± 1,5 MHz um die vorausgesagte Frequenz zu suchen.

G06 arbeitet mit (zwei-) monatlich wechselnden Frequenzen. Es ist anzunehmen, dass damit den sich über das Jahr wechselnden Ausbreitungsbedingungen der Kurzwelle Rechnung getragen wird. Eine Vorhersage der jeweils verwendeten Frequenzen ist dennoch schwierig, da nur in den seltensten Fällen die gleichen Frequenzen des Vorjahres verwendet werden. Ob dies mit dem Fortschreiten des jeweiligen Sonnenfleckenzyklus und der sich aufgrund dessen ebenso ändernden Ausbreitungsbedingungen zu tun hat ist ungewiss. Dagegen spricht beispielsweise die Tatsache, dass viele Frequenzen, vor allem bei den Abendsendungen, immer im gleichen Frequenzbereich bleiben (zwischen ungefähr 4 und 5,9 MHz).

Die jeweils verwendetet Frequenz wird oftmals schon bis zu einer Stunde vor dem ausgewiesenen Sendungsbeginn aktiviert und der Sender eingeschaltet. Somit ist dann auf dieser Frequenz ein, in Deutschland starker, Träger zu beobachten. Allerdings weichen die tatsächliche genutzten Frequenzen von den in den diversen Newsgroups vorhergesagten sehr oft ab. Auch innerhalb eines Monats kann es zu weiteren Abweichungen kommen, teilweise bis zu ± 15 kHz. Die Gründe hierfür sind völlig unklar, denn die Abweichungen kommen sowohl bei freien wie auch durch Interferenz gestörten Frequenzen vor.

In den nachfolgenden Tabellen sind die Sendungen von November 2017 bis März 2018 aufgelistet und dabei die sowohl in verschiedenen Quellen vorhergesagte wie auch die tatsächlich genutzte Frequenz aufgeführt. Abweichungen sind entsprechend farblich gekennzeichnet.

NOVEMBER 2017
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Montag
(1 & 3)
0800 5320,0 5320,0
Montag
(1 & 2)
1700 3696,0 3645,0
Montag
(1 & 2)
1800 4562,0 4559,0
Mittwoch
(1 & 2)
1200 4912,0 4570,0
Mittwoch
(1 & 2)
1300 4034,0 4034,0
Donnerstag
(1 & 3)
1300 4466,0 4466,0
± 10 kHz
Donnerstag
(2 & 4)
1830 4519,0 4519,0
Freitag
(2 & 4)
1930 4792,0 4792,0
DEZEMBER 2017
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Montag
(1 & 3)
0800 5320,0 5320,0
Montag
(1 & 2)
1700 3696,0 3645,0
Montag
(1 & 2)
1800 4562,0 4559,0
Mittwoch
(1 & 2)
1200 4912,0 4570,0
Mittwoch
(1 & 2)
1300 4034,0 4034,0
Donnerstag
(1 & 3)
1300 4460,0 4466,0
± 10 kHz
Donnerstag
(2 & 4)
1830 4519,0 4519,0
Freitag
(2 & 4)
1930 4792,0 4792,0
JANUAR 2018
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Montag
(1 & 3)
0800 5320,0 5320,0
Montag
(1 & 2)
1700 3645,0 3750,0
Montag
(1 & 2)
1800 4559,0 4483,0
Mittwoch
(1 & 2)
1200 4570,0 4912,0
Mittwoch
(1 & 2)
1300 4010,0 4042,0
Donnerstag
(1 & 3)
1300 4460,0 4460,0
Donnerstag
(2 & 4)
1830 4519,0 4519,0
Freitag
(2 & 4)
1930 4792,0 4792,0
FEBRUAR 2018
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Montag
(1 & 3)
0800 5320,0 5320,0
Montag
(1 & 2)
1700 3645,0 3750,0
Montag
(1 & 2)
1800 4483,0 4483,0
Mittwoch
(1 & 2)
1200 4912,0 4912,0
Mittwoch
(1 & 2)
1300 4042,0 4042,0
Donnerstag
(1 & 3)
1300 4460,0 4460,0
Donnerstag
(2 & 4)
1830 4519,0 4519,0
Freitag
(2 & 4)
1930 4519,0 4792,0
MÄRZ 2018
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Montag
(1 & 3)
0800 6810,0 6810,0
Montag
(1 & 2)
1700 4613,0 4645,0
±10 kHz
Montag
(1 & 2)
1800 5429,0 5362,0
Mittwoch
(1 & 2)
1200 5875,0 5912,0
Mittwoch
(1 & 2)
1300 5162,0 5422,0
Donnerstag
(1 & 3)
1300 4598,0 4598,0
Donnerstag
(2 & 4)
1830 5934,0 5934,0
Freitag
(2 & 4)
1930 5442,0 5442,0
± 5 kHz

Der aktuelle Sendeplan für den Monat Juni 2020 sah nur noch wie folgt aus:

JUNI 2020
Tag
(Wochen)
Zeit
(UTC)
Vorhergesagte
Frequenz (kHz)
Tatsächliche
Frequenz (kHz)
Donnerstag
(2 & 4)
1830 6887,0 6887,0
Freitag
(2 & 4)
1930 5935,0 5935,0

Anomalien

G06 zeigt einige Anomalien auf und wirkt dadurch, beispielsweise im Vergleich zu E07, eher „undiszipliniert“. So gibt es immer wieder vor und nach der eigentlichen Sendung eine Art Testausstrahlung. Diese besteht meistens nur aus einem mehrfach wiederholten

"111 111 111 00000" .

Manchmal wird eine solche Testsendung abrupt abgebrochen und später wieder aufgenommen.

Sehr häufig verändern sich auch die „Abspielgeschwindigkeiten“ von G06. Zwar bleibt die Tonhöhe der Stimme gleich, doch die Pausen zwischen den einzelnen Zahlen werden größer. Dadurch werden Nachrichten, vor allem mit höherer Gruppenzahl, extrem in die Länge gezogen (siehe auch das Klangbeispiel vom 12. März 2018 weiter unten).

„Fake“-Messages

Auf der Webseite von PRIYOM taucht im Vorhersageplan[6] bei Sendungen von G06, aber auch E06 oder M14, sehr häufig der Begriff FAKE-MESSAGES auf. Da es bei G06, wie auch bei allen anderen Zahlensendern, noch keinem Kurzwellenamateur gelungen ist den Code zu knacken, ist ein solcher Hinweis mit Vorsicht zu genießen. So ohne Weiteres kann nicht darauf geschlossen werden, ob eine ausgestrahlte Nachricht "echten" Inhalt besitzt oder nur zum Zwecke der Beschäftigung der "Gegenseite" ausgestrahlt wird. Beispielsweise sagt eine über mehrere Monate beobachtete gleichbleibende Gruppenzahl zu einem bestimmten Sendetermin noch nichts darüber aus, ob eine Nachricht echt oder ein „Fake“ ist. So könnten durchaus speziell formatierte Meldungen an Gruppen von Empfängern verschickt werden, die für jeden einzelnen wichtige Details enthalten.

Allerdings wurden Sendungen von G06 beobachtet und mitgeschrieben, bei denen offensichtliche „Zahlenspiele“ vollzogen wurden. Dabei handelt es sich um Sendungen, in deren Text es zu auffälligen Gruppenkonstruktionen kommt. Nachfolgend zwei Beispiele.

Zunächst die Mitschrift der Sendung vom 09.09.2016, 1929 UTC auf 5442,0 kHz[7]:

947 R4m

391 391 60 60
56327 21940 73218 64184 47458 43252 32589 28474 71904 56483
34593 39453 04716 54718 94871 52894 24595 12421 48723 89248
45455 45454 45454 34545 35345 35454 35454 32454 23434 24334
56567 87876 34543 76765 34355 34543 34543 65656 24344 34343
34322 65656 34343 67656 87878 34343 67676 35435 13231 32323
63453 85958 74287 63513 53612 15879 74843 47309 94872 47426
391 391 60 60
00000

Man beachte hauptsächlich die Zeilen 3, 4 und 5 (Gruppen 21 bis 50) der Nachricht, in denen die Zahlengruppen zum Teil nur leicht variiert bzw. unmittelbar wiederholt werden. Auch eine "spaltenweise" Betrachtung der Nachricht erlaubt Rückschlüsse auf die angewandten „Zahlenspiele“.

Dazu ein weiteres Beispiel vom 23.09.2016 (14 Tage später als obige Mitschrift), 1930 UTC, ebenfalls 5442,0 kHz[8]:

947 R4m

317 317 60 60
37839 35787 98273 60187 16202 95625 31691 52538 61025 22567
93296 67423 40968 16891 63781 34820 04842 60491 75924 04594
77878 46766 09098 78643 09548 46677 90906 89898 56566 67677
76748 84848 84877 16891 63781 34820 04842 87874 78788 78888
93296 67423 40968 16891 63781 34820 04842 60491 75924 56784
09548 46677 90906 89898 56566 67677 23445 34344 45454 34344
317 317 60 60
00000

In dieser Nachricht finden sich die Zahlenspiele in spaltenweiser Betrachtung der Zeilen 2, 4 und 5. Untereinander gesehen erkennt man die neun mehrmals verwendeten Gruppen. Ausgehend von den gängigen Verschlüsselungssystemen der Geheimdienste (siehe auch One-Time-Pad (OTP)) sind solche zwei- bzw. dreimal in einer Botschaft auftauchenden Gruppen nahezu unmöglich. Damit ließe sich auch diese Nachricht als „Fake“-Message entlarven.

Fehlerhafte Sendungen

Es existieren Logs von G06, in denen von massiven (technischen) Problemen berichtet wird. Dokumentiert ist beispielsweise eine Sendung vom 10. November 2016, 1830 UTC auf 4519,0 kHz, bei der zunächst Fehlersounds von Windows (XP) zu hören sind. Dann ist die Präambel mit 271 271 271 00000 zu hören. Diese wird zweimal unterbrochen, es ertönen wieder die Windows-Fehlersounds und schließlich, nach etwa acht Minuten, wird die Sendung mit 271 fortgesetzt. Hier dazu das Klangbeispiel[9]:

<html5media>file:G06 erratic 201611101830-4519khz.mp3</html5media>

Am Ende der Sendung kommt es zu weiteren Fehlern bei den „Endfunktionen“. Gruppenzahl und abschließende Nullen werden ohne Pause übermittelt (525200000 anstatt 52 52 0 0 0 0 0). Bei Minute 21:35 des Klangbeispiels hört man dann auch den für Windows XP typischen „Shutdown“-Sound.

Störungen und Interferenzen

G06 sendet nicht selten in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rundfunksendern. Dadurch kommt es immer wieder zu Interferenzen (Pfeifen) und die Aufnahme von Nachrichten wird erschwert. Dazu kommen Störungen von, auf benachbarten Frequenzen arbeitenden, anderen Utility-Stationen. Diese sind jedoch nicht unüblich und passieren ebenso bei anderen aktiven Zahlensendern.

Tondokumente


Reguläre Sendung von G06 vom 22. August 2002, 1833 UTC, auf 6887,0 kHz


Fehlerhafte Sendung von G06 (Auszug), es wird permanent von 0 bis 9 gezählt. Datum, Uhrzeit und Frequenz sowie Urheber der Aufnahme unbekannt


Fehlerhafte Sendung von G06: Es wird nur einmal die ID gesendet, dann folgen direkt DK (193 193) und GC (59 59) und die Nachricht beginnt


G06 und E11 gemeinsam auf einer QRG (7377,0 kHz). Aufnahme vom 20.09.2013, 2000z


Fehlerhafte Sendung von G06: Es folgen wirre Zahlereihen, keine ID, kein DK und GC, keine Nachricht. Quelle: Numbers & Oddities


G06 mit "regulärer" Null-Message: 563 563 563 00000, Aufnahme vom 12. Juni 2017, 1759z, 5764,0 kHz


Mit 119 Gruppen vergleichsweise lange Sendung von G06 (12.03.2018, OM Schorschi, Forum UTDX.DE)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Aus der deutschsprachigen Wikipedia: Der offizielle Name lautet inzwischen Glawnoje Uprawlenije Generalnogo Staba Wooruschennych Sil Rossijskoj Federazii (russisch Главное управление Генерального штаба Вооружённых Сил Российской Федерации), übersetzt „Hauptverwaltung des Generalstabes der Streitkräfte der Russischen Föderation“. Das die Hauptaufgabe benennende Wort (Разведывательный für „Aufklärung“) kommt also als Namensbestandteil nicht mehr vor, obwohl die Benennung im Flur des Hauptgebäudes „Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije Generalnogo Staba Wooruschennych Sil Rossijskoj Federazii“ lautet. Abgerufen am 05.04.2018.
  2. Der Begriff entstammt den ersten Klassifizierungsversuchen von tiNG aus der Mitte der 1980er Jahre - im Gegensatz zu G08 wirkte die Stimme von G06 seinerzeit als zittrig.
  3. Artikel über den GRU in der englischen Wikipedia, abgerufen am 28.03.2018
  4. FACTBOX: Five facts about Russian military intelligence, REUTERS, 24.04.2009, abgerufen am 28.03.2018
  5. Artikeltext zum Russian-6-Netzwerk, durch ENIGMA als Family Ia bezeichnet: Berichte auf der Basis von TDoA-Peilungen über Senderstandorte in oder um Smolensk und Moskau
  6. Google-Kalender mit Zahlensender-Vorhersagen auf PRIYOM.ORG
  7. Quelle: Forum von UTDX.DE
  8. Quelle: Forum von UTDX.DE
  9. Quelle: OM Schorschi, Forum UTDX.DE

Quellen

  • G06 zusammen mit anderen russischen Sendern auf der Homepage von Simon Mason - die Webseite ist derzeit offline.
  • G06 bei PRIYOM.ORG


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Deutschsprachig:
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