Kommando Strategische Aufklärung
Das Kommando Strategische Aufklärung (KdoStratAufkl oder KSA) mit Hauptquartier in Gelsdorf bei Bonn nahm am 17. Januar 2002 seinen Dienst auf und ist ein Großverband der Bundeswehr, in dem alle bisher in den verschiedenen Teilstreitkräften im Einsatz befindlichen Kräfte und Mittel der Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (Fm/EloAufkl), die des Elektronischen Kampfes des Heeres (EloKa) sowie der satellitengestützten abbildenden Aufklärung (SGA) zusammengeführt werden. Das Kommando ist damit die oberste militärische Führungsebene für das Militärische Nachrichtenwesen.
Am 7. Oktober 2009 wurde durch den damaligen Bundesminister der Verteidigung, Franz Josef Jung, die Kaserne des Kommandos Strategische Aufklärung in Philipp Freiherr von Boeselager-Kaserne benannt. Dieser war Offizier der Wehrmacht und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Dem Festakt wohnte Rosa Maria Freifrau von Boeselager, die Witwe des Namensgebers, bei.[1]
Organisation
Das KdoStratAufkl ist dem Kommando Streitkräftebasis unterstellt, wird aus diesem aber ab 2017 wieder ausgegliedert und dem neuen Orgbereich Cyber- und Informationsraum unterstellt. Es gliedert sich in:
Bataillon Elektronische Kampfführung 911 (Bramstedtlund)
Bataillon Elektronische Kampfführung 912 (Nienburg/Weser)
- Bordeinsatzteams See (BET See) für Flottendienstboote
Bataillon Elektronische Kampfführung 931 (Daun)
Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (Frankenberg/Eder)
Auswertezentrale Elektronische Kampfführung (Heinrich-Hertz-Kaserne, Daun)
Zentrale Untersuchungsstelle der Bundeswehr für Technische Aufklärung (Hof (Saale))
- Abteilung Computer Netzwerk Operationen (CNO) (Tomburg-Kaserne, Rheinbach)
- Zentrale Abbildende Aufklärung (Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne, Gelsdorf)
Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (Mercator-Kaserne, Euskirchen)
Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr (Flensburg-Mürwik)
Am 31. Dezember 2007 wurde das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ZNBw) – bis dahin neben dem Kommando Strategische Aufklärung das Kernelement des Militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr (MilNWBw) – aufgelöst. Die zentrale Lagebearbeitung im Einsatz und Grundbetrieb wurde bereits 2007 vom ZNBw zum Bundesnachrichtendienst überführt. Die verbleibenden Aufgaben werden seitdem durch das KdoStratAufkl übernommen. Es stellt somit die zentrale streitkräftegemeinsame Kommandobehörde für diesen Bereich dar.[3]
Die neu gegründete „Abteilung satellitengestützte Aufklärung“ (Abt SGA) betreibt das Nutzerbodensegment für das deutsche Satellitenaufklärungssystem SAR-Lupe.
Uniform und Abzeichen
Die Soldaten aus der Teilstreitkraft Heer innerhalb des Kommandobereichs des KdoStratAufkl tragen seit Dezember 2013 das neue Verbandsabzeichen (Ärmelabzeichen) des KdoStratAufkl. Das neue Verbandsabzeichen wurde durch den Bundespräsidenten als Änderung der Uniform genehmigt. Der Hintergrund des Wappen ist goldgelb hinterlegt und mit einer silber-schwarz durchflochtenen Kordel umrandet. Der Bundesadler ist auf einem goldenen Mittelschild schwarz rot gold hinterlegt.
Ähnliche Organisationen
- US Army Intelligence and Security Command (USA)
- National Security Agency/Central Security Service (USA)
- Government Communications Headquarters (Großbritannien)
- Federalnoje Agentstwo Prawitelstwennoi Swjasi i Informazii (Russische Föderation), wurde 2003 aufgelöst.
Verweise
Weblinks
- Kommando Strategische Aufklärung – offizielle Webpräsenz
- Manfred Bischoff: Private Website zum Kommando Strategische Aufklärung
- Spiegel Online: Strategische Aufklärung: Bundeswehr belauscht die Welt. 1. September 2008.
- Als Cheops die Grafschaft grüßte - Gigantische Pyramide aus Erdaushub, General-Anzeiger (Bonn), 15.03.2014 - Zum Bau des Schutzbaus für ANBw, heute betrieben durch KdoStratAufkl
Einzelnachweise
- ↑ Bundesministerium der Verteidigung: Jung verleiht Bundeswehrliegenschaft neuen Namen. 8. Oktober 2009.
- ↑ SKB: Y. 02/2013 - Unser Ohr am Feind.
- ↑ Marine: 3.5.3. Militärisches Nachrichtenwesen.