Sandbox:Führungsunterstützung (Bundeswehr)

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Der Betrieb von Richtfunkanlagen gehört zu den Aufgaben der Führungsunterstützung

Führungsunterstützung (FüUstg) ist in der Bundeswehr der Sammelbegriff für Informationstechnik und Kommunikationstechnik, kurz „IuK“, die als gemeinsame Aufgaben der Bundeswehr im Kommando Informationstechnik der Bundeswehr (Abkürzung: KdoITBw), einem Kommando innerhalb des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum (CIR), in Bonn gebündelt sind. Die organische Führungsunterstützung ist jedoch weiterhin Aufgabe der jeweiligen Teilstreitkräfte, in Stäben i. d. R. durch das Führungsgrundgebiet 6 abgebildet.

Die Führungsunterstützung soll allen Soldaten und Zivilangestellten der Bundeswehr weltweit eine optimale Information und Kommunikation ermöglichen. Sie ging einst aus der Fernmeldetruppe hervor. Ihre Zukunft lautet Vernetzte Operationsführung oder Network-Centric Warfare.

Bestandteile

Führungsmittel wie die verschiedenen Führungssysteme, Telefonie, E-Mail, Intranet oder Internet sowie Führungs- und Fachinformationsdienste werden über ein langfristig gemietetes, leistungsfähiges, digitales Übertragungsnetz sowie ein bundeswehreigenes, überwiegend digitales Vermittlungsnetz realisiert.

Für die Einsatzkontingente betreiben die Kräfte der Führungsunterstützung ein- und mehrkanalige Satellitenverbindungen, Richtfunk, modernen Bündelfunk und weltweit nutzbare Kurzwellen-Funkverbindungen, letztere über die Funknetze der Teilstreitkräfte hinaus.

Das Kommando Informationstechnik der Bundeswehr (KdoITBw) (ehemals Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr (FüUstgKdo Bw)) plant, überwacht und steuert die Führungsunterstützung der Bundeswehr rund um die Uhr. Grundlage bilden die konzeptionellen Vorgaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und die Einsatzbefehle des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Zu den Aufgaben des FüUstgKdo Bw gehört der Betrieb des Informations- und Kommunikationsnetzes der Bundeswehr im In- und Ausland.

Für die Durchführungsaufgaben der Führungsunterstützung stehen stationäre und mobile Kräfte zur Verfügung. Die stationären Kräfte betreiben die sog. grünen Anteile des Informations- und Kommunikationssystems der Bundeswehr in Deutschland (Intranet, interne E-Mail, Fach-Anwendungen etc.). Die mobilen Kräfte gewährleisten dessen „Verlängerung“ in die Einsatzländer.

Die Anteile

sind im Rahmen des HERKULES-Vertrages an die BWI übergeben worden.

Die mobilen Kräfte betreiben auch spezielle IT-Systeme wie Videokonferenzanlagen, Satellitenkommunikation und Hochfrequenzfunk. Auch andere Streitkräfte können bei Bedarf an die IT-Systeme der Bundeswehr angeschlossen werden.

Die Führungsunterstützung wird innerhalb der Bundeswehr zum einen duch den Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum, auf der anderen Seite durch die Teilstreitkräfte wahrgenommen. Die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine betreiben für ihren Bereich jeweils eigene Führungsunterstützung, die jedoch auf Ressourcen und Anteile der globalen Führungsunterstützung der Bundeswehr zugreifen und mit dieser verbunden werden kann.

Organisationsbereich CIR

Als sechster Organisationsereich vereint der „Cyber- und Informationsraum“ auch die Führungunterstützung innerhalb der Bundeswehr. Dazu ist ihm auf der nächsten Ebene das Kommando Informationstechnik der Bundeswehr (KdoITBw) nachgeordnet. Es stellt Informationstechnik-Services für die Bundeswehr bereit. Sein Aufgabenspektrum reicht von der Satellitenkommunikation über die Kabelverbindung auf der letzten Meile bis hin zur fachlichen und truppendienstlichen Führung unterstellter Verbände und Dienststellen im Inland sowie in den weltweiten Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Das Kommando verantwortet auch die IT-Sicherheit sowie IT-Ausbildung. Die dem Kommando unterstellten IT-Kräfte tragen bei allen Einsätzen die zentrale Verantwortung für Einrichtung, Betrieb und IT-Schutz der Elemente des IT-Systems der Bundeswehr. Beteiligt sind sechs IT-Bataillone sowie der deutsche Anteil des NATO Signal Bataillon. Diese Einheiten stellen mit ihrem Personal und Material sicher, dass nationale, multinationale und kommerzielle Informationstechnik-Services zuverlässig und sicher betrieben werden. Neben den IT-Bataillonen unterstehen dem Kommando Informationstechnik der Bundeswehr weitere Dienststellen wie das Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr zur Erfüllung seiner Aufträge.

Wichtige Truppenteile des Organisationsbereichs CIR sind:


Informationstechnikbataillon 281

  • Standort Gerolstein,
  • stellt mit seinen mobilen Kräften die weltweite IT-Anbindung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr sicher
  • verfügt über Fähigkeiten in den Bereichen Satellitenkommunikation, Netzwerktechnik, Servertechnik, verschlüsselte mobile Kommunikation und digitaler Richtfunk
  • seit Beginn 2019 stellt die Grundausbildungsstaffel losgelöst von den Kompanien die Grundausbildung der Rekrutinnen und Rekruten sicher.[1]

Informationstechnikbataillon 282

  • Standort Kastellaun,
  • leistet durch dauerhaft abgestelltes Personal einen substanziellen Beitrag in den Auslandseinsätzen weltweit
  • stellt Informations- und Kommunikationstechnik bereit, um die Führungsfähigkeit der deutschen und alliierten Truppen zu gewährleisten,
  • ist darüber hinaus in die territorialen Aufgaben des Landeskommandos Rheinland-Pfalz eingebunden und dadurch befähigt, die zivilen Rettungskräfte bei Katastrophen und Unglücksfällen zu unterstützen.[2]

Informationstechnikbataillon 292

  • Standort Dillingen an der Donau,
  • stellt mit Führungsunterstützungssystemen, wie zum Beispiel Satellitenkommunikation Mehrkanal (SATCOM MK), Mobiles Kommunikationssystem der Bundeswehr (MobKomSysBw), verlegefähige Accessnetze der Bundeswehr, Dezentrale Server Einsatzgebiet (DSE), Digitaler Richtfunk Streitkräftebasis, Führungs- und Informationssystem der Streitkräftebasis (FüInfoSys SK) und Terrestrian Trunked Radio for Police (TETRAPOL) die nationale und internationale Führungsfähigkeit im Einsatz sicher.[3]

Informationstechnikbataillon 293

  • Standort Murnau am Staffelsee,
  • hat den Auftrag, die anteilige Informationsversorgung der Bundeswehr bereitzustellen und zu betreiben
  • trägt dazu bei, die Vernetzte Operationsführung zu garantieren und die Führungsfähigkeit sicherzustellen
  • stellt Anteile des Kommunikationsnetzes sowie zentrale und dezentrale Anwendungen für den jeweiligen Nutzer bereit.
  • der Schwerpunkt liegt bei der Unterstützung von Eingreifoperationen mit Tetrapol, SATCOMBw (Einkanal, RBM, Mehrkanal), Mobiles Kommunikationssystem der Bundeswehr (MobKommSysBw) mit System Trupp, Management Trupp, Netzservice Trupp, Digitalem Richtfunk auf Basis des Internetstandards, HF-Schreibfunk zur Daten- und Sprachübermittlung und lokale verlegefähige Netzwerke der Bundeswehr (LVNBw).[4]

Informationstechnikbataillon 381

  • Standort Storkow,
  • leistet durch dauerhaft abgestelltes Personal einen substanziellen Beitrag in den Auslandseinsätzen weltweit,
  • stellt Fernmeldetechnik für die Führungsfähigkeit der deutschen und alliierten Truppen bereit.[5]

Informationstechnikbataillon 383

  • Standort Erfurt,
  • leistet durch dauerhaft abgestelltes Personal einen substanziellen Beitrag in den Auslandseinsätzen weltweit,
  • stellt Informations- und Kommunikationstechnik für die Führungsfähigkeit der deutschen und alliierten Truppen bereit.
  • unterstützt im Auftrag des Landeskommandos Thüringen die ebenfalls in der Kaserne stationierten Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte.[6]

Dienstältester Deutscher Offizier / Deutscher Anteil 1st NATO Signal Battalion (DDO/DtA 1st NSB)

  • Standort Wesel,
  • Aufgabe ist es, im Rahmen der NATO-Einsätze und Übungen moderne IT-Kommunikatiosmittel wie Telefonie, Netzwerke, Inter- und Intranet, Satellitenverbindungen oder aber auch Videokonferenztechnik bereitzustellen.
  • Beschaffung und Nutzung ziviler Systeme
  • neben den deutschen Soldaten sind Truppen aus zehn weiteren Nationen im Bataillon vertreten.
  • drei schnell verlegbare DCM-Kommunikationsmodule („Deployable Communications and Information Systems Module“) bilden den Schwerpunkt des deutschen Anteils.[7]

Schule für Informationstechnik der Bundeswehr

  • Standorte Feldafing („Fernmeldafing“) und Lagerlechfeld
  • Schwerpunkt der Schule bildet die Gruppe Lehre und Ausbildung. Sie erstellt die Lehrgangsprogramme, steuert die zentrale Lehrgangsplatzvergabe und die Nutzung der Ausbildungseinrichtungen, der mobilen Geräte und den Einsatz der Truppenfachlehrer.
  • entwickelt IT-Unterstützung und Lernprogramme mit Computer-Unterstützung.[8]

Teilstreitkraft Heer

Das Heer bereibt seine eigene „Fernmeldetruppe“[9], die etwa 7200 Soldatinnen und Soldaten umfasst. Kernauftrag ist die verzugsarme, schnelle und zielgerichtete Weitergabe der Information, um so zu einer erfolgreichen Auftragserfüllung beizutragen. Für Telefongespräche (Sprache), Fernschreiben, Faxe und Daten kommen hierbei sowohl ortsfeste Fernmeldenetze, Funk- und Richtfunkverbindungen als auch Satellitenkommunikation zum Einsatz. Ziel dabei ist es, den Kommunikations- und Informationsverbund des Deutschen Heeres bei den bi- und multinationalen Verbänden der NATO, bei der Ausbildung, auf Übungen sowie im Einsatz im In- und Ausland herzustellen. Als sogenannte „Kräfte der ersten Stunde“ fahren sie zu Beginn einer Operation in das Einsatzgebiet und stellen mit ihrem Personal und hochmoderner Technik die geforderten Sprach- und Datenverbindungen für die Heereskräfte bereit.

Wichtige Truppenteile sind:

Fernmeldebattailon 610

  • Stationiert in Prenzlau,
  • Teil der multinationalen Fernmeldekräfte des Multinationalen Korps Nordost mit Hauptquartier im polnischen Szczecin,
  • Auftrag des Bataillons ist die Bereitstellung von Kommunikationsdiensten für Sprach-, Bild-, Text-, Video- und Datenübertragung innerhalb ortsfester und mobiler Gefechtsstände und Verwaltung der hierzu benötigten Verschlüsselungsmittel.

Deutsch-Niederländisches CIS-Bataillon innerhalb des I. Deutsch-Niederländischen Corps

  • Standort Eibergen (HOL),
  • binationales CIS-Bataillon (Communications and Information Systems)
  • gehört zu den schnellen Eingreifkräften (High Readiness Forces) der NATO,
  • verantwortlich für die Fernmeldeverbindungen innerhalb des Corps sowie für deren unterstellte Verbände und Einheiten in Übung und Einsatz.

Fernmeldekompanie Eurokorps

  • Standort Lebach,
  • ist bei Ausbildungen, auf Übungen und im In- und Auslandseinsatz für das Einrichten und Betreiben des rückwärtigen Gefechtsstandes des im französischen Straßburg stationierten Eurocorps verantwortlich

Fernmeldekompanie Kommando Spezialkräfte

  • Standort Calw,
  • ist der Division Schnelle Kräfte unterstellt,
  • ist bei Ausbildungen, auf Übungen und im In- und Auslandseinsatz für das Einrichten und Betreiben des Gefechtstandes sowie für die Kommunikations- und Informationsverbindungen des Kommando Spezialkräfte (KSK) verantwortlich.

Teilstreitkraft Luftwaffe

Die Luftwaffe betreibt ein aus drei „Stationen“ und ihrer Sendestellen bestehendes HF-Funknetzwerk namens GAFRaN (German Air Force Radio Network). Dies wird durch das Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe, einem Verband auf Regimentsebene innerhalb des Zentrum Luftoperationen in Kalkar, geführt.

Das Führungsunterstützungszentrum der Luftwaffe (FüUstgZentrLw) ist der luftwaffenspezifische IT-Dienstanbieter für die Verbände der Luftwaffe im Grundbetrieb, bei Dauereinsatzaufgaben, Übungen und im Einsatz. Von der technischen Beratung der Nutzer in den fliegenden Verbänden der Luftwaffe, über die Ausplanung der notwendigen Netzwerkinfrastruktur und IT-Services für die Durchführung von Übungen und Einsätzen, bis hin zur Bereitstellung und dem Betrieb der luftwaffenspezifischen IT-Systeme und mobilen Gefechtsstände, bildet dieser Verband alle Leistungen eines IT-Servicedienstleisters für die Luftwaffe ab.[10]

Wichtige Truppenteile sind:

Führungsunterstützungssektor 1 (ehemals IT-Sektor 1)

  • Standort Fürstenfeldbruck,
  • abgesetzte Teile in Köln und Laage bei Rostock,
  • Aufgabe ist die Bereitstellung sowie Inbetriebnahme der mobilen Gefechtsstände der Luftwaffe (MobGefStLw), die weltweit einsetzbar sind und für Fürhungselemente der Luftwaffe verlegbare Arbeitsplätze in Containern mit spezieller IT-Ausstattung bereitstellen.[11]

Führungsunterstützungssektor 2 (ehemals IT-Sektor 2, bis 30. September 2013 IT-Sektor 5)

  • Standort Köln-Wahn,
  • betreibt für die Luftwaffe die HF-Funkstelle in Limsdorf mit zugehöriger Funkempfangsstelle in Berlin-Gatow,
  • unterhält zwei IT-Systemtrupps, abgesetzt in Köln und in Laage stationiert,
  • stellt den sicheren Betrieb und die Entstörung von luftwaffenspezifischen Netzkomponenten in Geschwadern und an Standorten des Einsatzführungsdienstes sowie für die FüInfoSysLw-Komponenten im zugewiesenen Bereich sicher.[12]

Führungsunterstützungssektor 3 (ehemals IT-Sektor 3)

  • Standort Kalkar,
  • ist für den Betrieb und die Instandhaltung aller nicht-Herkules relevanten IT für das Zentrum für Luftoperation am Standort Kalkar und Uedem zuständig,
  • betreibt und unterhält zwei feste Funkstellen für den Flugfunk inklusive zweier mobiler Funktrupps an den Standorten Kalkar / Hamminkeln (Diersfordter Wald) und Milte / Albersloh (Sendenhorst).[13]

Teilstreitkraft Marine

Die Führungsunterstützung der Deutschen Marine wird durch das Marineunterstützungskommandos (MUKdo) gewährleistet. Im Rahmen der Betriebs- und Versorgungsverantwortung des Inspekteurs der Marine stellt das MUKdo die Einsatzbereitschaft und Einsatzfähigkeit der Flotte sicher. Die Abteilung III Führungsunterstützung ist für den Betrieb der Führungsunterstützung in der Marine verantwortlich, ausführend ist das Marineführungsunterstützungszentrum in Glücksburg. Ihr unterstehen unter anderem die Landfunkstation der Marine und deren Sende- und Empfangsstellen.[14]

Wichtige Truppenteile sind:

Marineführungsunterstützungszentrum 1

Das Führungsunterstützungspersonal der Marine, das an Bord von Schiffen und Booten sowie im Führungsunterstützungszentren eingesetzt werden soll, wird an der Marineoperationsschule (MOS) in Bremerhaven ausgebildet[16][17].


Informationsfilm über den Bordfunker von Bundeswehr-TV (Datum unbekannt)

Weblinks

Einzelnachweise