Sandbox:E03
| Dies ist eine Sandbox für den RC-1 des Artikels E03! Dieser Artikel befindet sich aktuell in der fachlichen Überarbeitung! |
Ampel | |
| ||
| Besondere Anmerkungen oder Notizen: | ||
|---|---|---|
| ||
| Letzte Bearbeitung am 18. 04. 2026 |
| Eckdaten von E03 | |
|---|---|
Britischer „MI6“ heute „Secret Intelligence Service“ (SIS) | |
| Family (nach ENIGMA / E2k) |
X |
| Stimme / Sprechweise | YL |
| Spitzname / Alias | „Lincolnshire Poacher“ |
| Modulation | SSB |
| Nationalität | G Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland |
| Sprach-Derivate | E04, (auch als E03a geführt) |
| Morse-Derivate | keine |
| Status | Inaktiv |
| Erstes Log | bisher unbekannt |
| Letztes Log | Juli 2008 |
| Siehe auch: Liste der Zahlensender | |
E03 war ein Zahlensender, der auch unter dem Spitznamen „Lincolnshire Poacher“ bekannt wurde. Diesen Namen verdankt der Sender durch die in seiner Ankündigung verwendeten Melodie des gleichnamigen englischen Folksliedes aus dem 18. Jahrhundert. Der Sender gehört zu den weltweit bekanntesten Zahlensendern, da er über ein großes Frequenzspektrum arbeitete und somit in vielen Teilen der Welt aufgenommen werden konnte. Dabei wurden die Sendungen von E03 zuletzt nicht mehr vom „heimatlichen Boden“ der britischen Inseln ausgestrahlt sondern vom Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern. Zum „Lincolnshire Poacher“ gehört eine Schwesterstation, die unter dem Spitznamen „Cherry Picker“ bzw. „Cherry Ripe“ bekannt wurde und zunächst als E04 geführt wurde, dann aber in E03a umbenannt wurde. Das ist aber sahclich falsch, denn E04 wurde zwar vom gleichen Betreiber ausgestrahlt, hatte aber einerseits eine andere Ankündigung und die Sendungen erfolgten nicht vom gleichen Standort wie die von E03.
Klassifizierung
Der E03 ist durch die ENIGMA-Gruppe aufgrund der Sprache (für E = English) klassifiziert und wird der sog. Family X zugeordnet.
Betreiber
Dieser Zahlensender wurde in seinen Anfangsjahren noch nicht von Zypern aus gesendet. Die Sendungen der fühen Jahre kamen unmittelbar aus England, aus der Nähe der Ortschaft Gawcott in der Grafschaft Buckinghamshire.[1] Etwa 800 Meter außerhalb des Dorfes in östlicher Richtung liegt der sogenannte „Signal Hill“[2], eine ehemalige Einrichtung des britischen Geheimdienstes MI6. Angeblich handelte es sich um eine sogenannte Abhöreinrichtung der Elektronischen Aufklärung. Das widerspricht aber der These, dass von dort gesendet wurde. Allerdings gibt es einige Meter nordwestlich des „Signal Hill“ eine Farmfläche, die Bodenmarken aufweist, die zu Antennenanordnungen einer Sendestelle passen könnten.
Damit bestätigen sich die Beobachtung von Kurzwellenamateuren aus den 1950er und 1960er Jahren, die diesen Zahlensender aufgrund ihrer Peilungen bis in die Grafschaft Buckinghamshire zurückverfolgen konnten. Mitte der 1960er Jahre wechselten die Sendungen aber nach Zypern, wo die Royal Air Force eine große Sendestelle hatte errichten lassen. Per Satellit wurden dann die Sendungen nach Zypern übertragen und entweder direkt gesendet oder vorab aufgezeichnet.
In der Zusammenfassung dieser Fakten war es nur schlüssig, dass die Sendungen des Lincolnshire Poachers durch den britischen Auslandsnachrichtendienst „Military Intelligence, Section 6“ (MI6) betrieben wurden. Die offizielle Bezeichnung lautet jedoch „Secret Intelligence Service“ (SIS).
Der MI6 wurde 1909 zusammen mit dem MI5 und 17 weiteren militärischen Nachrichtendiensten als Teil des Secret Service Bureau gegründet. In der ursprünglichen Aufgabenteilung war der MI6 für die Marine zuständig, spezialisierte sich aber zunehmend auf Auslandsspionage und wurde daher in der Folgezeit zum Auslandsgeheimdienst SIS.
Der erste Direktor des MI6 war Sir Mansfield Smith-Cumming, der Korrespondenz mit seinem Initial „C“ signierte, welches sich zum Codenamen für alle späteren Direktoren entwickelte.
Erster und Zweiter Weltkrieg
Dem SIS gelang es im Ersten Weltkrieg mit Hilfe von Agentennetzen in neutralen Ländern gezielte militärische Aufklärung zu betreiben. Danach beschäftigte man sich hauptsächlich mit der „kommunistischen Gefährdung“ aus der späteren Sowjetunion und war auch an Umsturzplänen gegen das Regime in Moskau beteiligt, die jedoch scheiterten. Es war ebenso der SIS, der sich unter dem Deckmantel der Diplomatie in die Botschaften und Konsulate Großbritannien mit Führungsoffizieren für das jeweilige Land etablierte. Diese Praxis wird heute noch massiv vom russischen SVR betrieben.
Mit der Machtergreifung Hitlers und dem Erstarken des nationalsozialistischen Deutschlands verschob sich das Hauptbetätigungsfeld des SIS nach Deutschland. Wie im Ersten Weltkrieg waren die Erfolge des SIS in Deutschland beschränkt, auch wenn er einige verlässliche Quellen innerhalb der deutschen Regierung und des Militärs gewinnen konnte.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Arbeit des SIS im geheimdienstlichen Sinne überschattet von einigen Initiativen anderer Nachrichtendienste. Dazu gehören:
- die kryptographischen Fortschritte der Government Code and Cypher School (GC & CS), der Behörde, die zuständig war für das Abfangen und Entschlüsseln ausländischer Kommunikation,
- das Double-Cross-System des MI5, das deutsche Nachrichtendienste mit falschen Informationen fütterte,
- die Arbeit der Photographic Reconnaissance Unit und außerdem
- die für die beteiligten Agenten gefährlichen Aktionen der „Special Operations Executive“ (SOE), die hinter feindlichen Linien Spionage und Sabotage betreiben sollte.
Eine schwere Niederlage erlitt der SIS im November 1939 beim Venlo-Zwischenfall. Deutsche Agenten des SD hatten sich als hochrangige Armee-Offiziere ausgegeben, die ein Attentat auf Adolf Hitler ausüben wollten. Bei einem Treffen in der niederländischen Grenzstadt Venlo mit den vermeintlichen Verschwörern wurden zwei Agenten des SIS durch die SS unter Grenzverletzung aus den Niederlanden ins Deutsche Reich entführt.[3]
Trotz der Schwierigkeiten zu Anfang des Krieges erholte sich der SIS und führte einige erfolgreiche Operationen sowohl auf dem europäischen Festland als auch im mittleren und fernen Osten durch. Der SIS wirkte ab 1941 über die British Security Coordination umfangreich bei der Etablierung des amerikanischen Office of the Coordinator of Information mit.
Zu den erfolgreichen Unternehmen des MI6 gehören u. a. die „Operation Mincemeat“ und die „Operation Jedburgh“.
Kalter Krieg
Die Operationen des SIS gegen die Sowjetunion zu Beginn des Kalten Krieges wurden einige Zeit durch die Tätigkeit des sowjetischen Spions Kim Philby kompromittiert, der unter anderem Verbindungsoffizier des SIS in der britischen Botschaft in Washington, D.C. war. In dieser Tätigkeit hat er beispielsweise ein Programm gemeinsamer britischer und amerikanischer paramilitärischer Operationen in Albanien verraten (auch wenn gezeigt wurde, dass dieses Programm auch durch die miserablen Sicherheitsrichtlinien „am Boden“ kompromittiert wurde). Im Baltikum setzte der SIS von 1949 bis ca. 1955 eine Tarnorganisation ein, den British Baltic Fishery Protection Service, der zum Teil aus ehemaligen Angehörigen der Kriegsmarine bestand und mit ehemaligen deutschen Schnellbooten operierte.
Der SIS litt unter weiteren Peinlichkeiten als herauskam, dass ein Offizier, der sowohl an Tunnel-Operationen in Wien als auch an der Operation Gold in Berlin beteiligt war, ein sowjetischer Agent war. George Blake wurde während seiner Gefangenschaft im Koreakrieg von Chinesen „umgedreht“. Als er aus Korea zurückkehrte, empfingen ihn seine Zeitgenossen wie einen Helden; seine Sicherheitsbefugnisse wurden wiederhergestellt. 1953 versetzte man ihn zur Station des MI6 in Wien, wo die dortigen Tunnel bereits seit vier Jahren aktiv waren. Nachdem er diese – unbemerkt – an die sowjetische Seite verraten hatte, wurde er einem britischen Team zugeteilt, das an der Operation Gold beteiligt war – einem Tunnelbau im geteilten Berlin. Dementsprechend schnell ist die Sprengung des Tunnels veranlasst worden. Man identifizierte Blake daraufhin als sowjetischen Agenten; er wurde wegen Spionage vor Gericht gestellt und kam ins Gefängnis – er brach 1964 aus und flüchtete in die Sowjetunion.
Durch verbesserte Sicherheitsüberprüfungen und einige gute Quellen in der UdSSR erholte sich der SIS Anfang der 1960er von diesen Rückschlägen. Eine dieser Quellen war Oleg Penkowski, ein Offizier des GRU (sowjetischer Militärnachrichtendienst). Penkowski lieferte über zwei Jahre hinweg tausende Fotografien von geheimen Dokumenten. Darunter waren auch Handbücher der Roten Armee für Raketen, die amerikanischen Analytikern 1962 die Erkennung der auf Kuba stationierten sowjetischen Raketen ermöglichte.
Die Aktionen des SIS nahmen zum Ende des Kalten Krieges zu. Ein Höhepunkt war die Rekrutierung von Oleg Antonowitsch Gordijewski in den 1970ern, der dem SIS für ein Jahrzehnt Informationen lieferte und 1985 erfolgreich aus Moskau fliehen konnte. Dem SIS gelang es allem Anschein nach auch, sowjetische Offizielle bei Reisen in dritten Ländern, beispielsweise in Afrika oder Asien, zu rekrutieren. Ein so gewonnener Agent war Wladimir Anatoljewitsch Kusitschkin, der Sohn eines Mitgliedes des Politbüros und hochrangiger KGB-Mitarbeiter: Er informierte den SIS über die Mobilisierung der ALFA-Einheit des KGB während des Augustputsches in Moskau im Jahre 1991, als diese Einheit kurz darauf den sowjetischen Generalsekretär Gorbatschow stürzen wollte. Das wahre Ausmaß der Aktivitäten des SIS in der zweiten Hälfte des Kalten Krieges bleibt aber weitgehend unbekannt.
Die Aktivitäten des SIS im Kalten Krieg beinhalteten auch eine Reihe verdeckter politischer Einflussnahmen, darunter der Staatsstreich gegen Patrice Lumumba im Kongo 1961 sowie die Herbeiführung eines internen Konflikts zwischen libanesischen paramilitärischen Gruppen in der zweiten Hälfte der 1980er, der sie davon abhielt, weiterhin westliche Geiseln zu nehmen.
Ende des Kalten Krieges – Gegenwart
Seit 1994 unterliegt die Aufsicht der Aktivitäten des SIS einem Ausschuss des Parlaments. Der SIS hatte bis 1994 kein offizielles Domizil. Seit 1995 befindet sich das Hauptquartier in Central London an der South Bank am Ufer der Themse.
Seit dem 13. Oktober 2005 besitzt der SIS eine eigene Website.[4]
Der ehemalige Leiter der Behörde (2004 bis 2009) John Scarlett war durch die Gerichtsverhandlung über den Selbstmord von David Kelly in den britischen Medien sehr präsent. Scarlett war Führungsoffizier von Oleg Gordiewski, dessen Flucht er 1985 auch organisierte.[5] Ende Dezember 2007 berichtet der russische Inlandsgeheimdienst FSB, dass der MI6 den ehemaligen russischen Geheimdienstler Wjatscheslaw Charkow angeworben und mit der Beschaffung von Geheimdaten beauftragt hat. Charkow habe sich allerdings im Juni 2007 freiwillig dem FSB gestellt und vier weitere MI6-Agenten enttarnt.
Beginn der Zahlensendungen
Im wachsenden politischen Interesse des Vereinten Königreichs, vor allem vor dem Hintergrund der Gründung der Europäischen Gemeinschaft (über den Brüsseler Pakt von 1948, die Pariser Verträge 1951 und 1954 bis zum Vertrag von Rom 1957), der Großbritannien 1973 beitrat, machten erweiterte nachrichtendienstliche Tätigkeiten notwendig. Im Zusammenspiel mit den USA begannen auch die Briten mit der Versorgung ihrer Agenten per Zahlensendungen. Der SIS hatte Agenten im Nahen Osten und weiten Teilen Afrikas zu versorgen, wofür sich die Kurzwelle als ideales Medium erwies und mit entsprechend chiffrierten Nachrichten (One-Time-Pad) entsprechende Sicherheit gegeben war. So begannen die Sendungen aus Gawcott etwa um die Mitte bis Ende der 1950er Jahre.
Senderstandorte
Zunächst wurde aus der Grafschaft Buckinghamshire gesendet, allerdings nicht, wie ursprünglich angenommen, vom Signal Hill in Gawcott sondern von einem weiter nordwestlich gelegenen Gelände aus. Wie diese Sendestelle ausgestattet war, ist nicht mehr bekannt. Von wo aus die Sendungen auf die Sender eingespeist wurden ist ebenso unbekannt. In diesem Zusammenhang fallen immer wieder die Begriffe Bletchley Park und Whitehall, aber eine Verbindung mit der Erstellung von Agentenfunksendungen kann zu keiner dieser Einreichtungen bzw. Orte hergestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich beispielsweise in der Whitehall in den diversen Gebäuden (Verteidigungsministerium, Admirality der Royal Navy) nicht doch die für den Betrieb der Zahlensender verantwortliche Stelle befunden hat.
Mit dem Ausbau des Luftwaffenstützpunktes Akrotiri auf Zypern errichten die Briten dort auch eine große Kurzwellenfunkstelle. Akrotiri war vor den immer häufigeren Krisen im Nahen und Mittleren Osten immer wichtiger geworden. Die dort in den 1960er Jahren errichtete Funkstelle vereinnahmt eine Fläche von etwas weniger als 100 Hektar und liegt am südlichsten Zipfel der Insel.
Das Antennenfeld ist recht groß und es ist sehr wahrscheinlich, dass der Lincolnshire Poacher, neben der militärischen Kommunikation der britischen Streitkräfte, von hier ausgestrahlt wurde.
Von Zypern aus sendete E03 bis zu seiner Abschaltung im Jahr 2008 jeweils zehnmal pro Tag.
Geschichte
Manche der Quellen zu diesem Artikel gehen davon aus, dass E03 seit den frühen 1970er Jahren auf Sendung war.[6][7] Dabei gibt es jedoch Widersprüche, denn der Sender soll bis 1966 (!) noch aus Gawcott gesendet haben. Unterschiede gibt es allerdings im Format - bis etwa 1972 war eine männliche Stimme im Einsatz und die Musik der Präambel war noch auf einem anderen Instrument gespielt worden. Erst seither gab es dann die weibliche Stimme und die elektronische Version des namensgebenden Signals. Ob aber hier schon eine automatisierte Stimme zum Einsatz kam oder noch live eingesprochen wurde ist unklar.
Erstes Log
Erste nachvollziehbare wenn auch nicht mehr verfügbare Logs datieren auf die Zeit um 1972. Das erste dokumentierte Log stammt von Simon Mason und ist datiert auf den 21. Dezember 1988. Dort hörte er eine Übertragung auf 6485 und 5422 kHz von 1700 bis 2200z.
Letztes Log
Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm die Zahl der Zahlensender stark ab, jedoch blieb der Lincolnshire Poacher auf Sendung. In den 1990er Jahren war der Sender Ziel eines massiven Jammings von Störsendern, vermutlich aus dem Iran.
Im Juli 2008 stellte Lincolnshire Poacher seinen Betrieb ein. Es wird vermutet, dass die australische Schwesterstation E04 Cherry Ripe die Sendungen übernahm, bis diese ab Dezember 2009 ebenfalls keine Ausstrahlungen mehr machte.
Das Number Station Identification and Research Projekt datiert das letzte Log auf den 2. Juli 2008, Simon Mason hingegen auf den 28. Juli 2008.
Format
| Sendeformat von E03 | Siehe auch Format von Zahlensendungen | ||||||
| Ankündigungssignal | Präambel | Nachricht | Ende der Übertragung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Entfällt | mit Message | ||||||
| Einleitung | Message | Wiederholung | Ende | ||||
| "Lincolnshire Poacher" 12x wiederholt iiiii 10x wiederholt alles zusammen R10m |
1. | 6 Töne "di dam" | FFFFF 200 Gruppen | Entfällt | 6 Töne "di dam" | "Lincolnshire Poacher" 6x wiederholt | |
Sprache und Stimme
Zu Beginn der Aktivitäten von E03 soll eine männliche Stimme eingesetzt worden sein. Tondokumente davon gibt es leider nicht mehr.
Die schließlich ab 1988 von E03 und später auch von E03a eingesetzte weibliche Stimme kann als sehr deutlich und warm beschrieben werden. Die Aussprache der Zahlen erfolgte mit britischem Akzent, auch wenn merkbar die Britische Hochsprache bei der Aussprache verwendet wurde, die man auch zum Beispiel in der BBC hören kann. Die letzte Nummer einer Fünfer-Gruppe wurde dabei mit erhobener Stimme gesprochen, das weist auf ein sehr komplexes Digitalisierungsverfahren mit unterschiedlichen Tonhöhen je Tonsample für eine Zahl hin. Die Sprachqualität der Samples wird an mehreren Stellen als sehr realitätsnah und nahezu live beschrieben.
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | Signalwörter | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schreibweise | One | Two | Three | Four | Five | Six | Seven | Eight | Nine | Zero | |
| Lautumschreibung | „Wann“ | „Tuh“ | „Trii“ | „Foa“ | „Feif“ | „Six“ | „Sevenn“ | „Äit“ | „nein“ | „Siehrou!“ |
Die Erkennungsmelodie, welche gewissermaßen die Aufgabe eines Pausenzeichens innehatte und vor und nach jeder Sendung zu hören war, ist aus dem Englischen Volkslied "The Lincolnshire Poacher" entnommen. In dem Lied geht es grob gesagt darum, dass ein Jugendlicher in die Grafschaft Lincolnshire kommt und dort mit anderen Jugendlichen Wilderei betreibt. Die Stelle, welche für das Pausenzeichen verwendet wurde, bilden die ersten 14 Töne vom Lied, das entspricht der Textstelle: "Well I was bound apprentice in famous Lincolnshire" - zu deutsch: Nun, ich ging im berühmten Grafschaft Lincolnshire in die Lehre (bzw. Ausbildung). Diese Melodie hat vermutlich nur die Aufgabe, dem Empfänger, welcher vielleicht noch ohne Digitale Frequenzanzeige gearbeitet hat, zu zeigen, wo man sendete.
Zu Beginn der Ausstrahlungen von E03 wurde dieses "Pausenzeichen" auf einem akustischen Instrument gespielt; auch hiervon gibt es leider keine Aufnahmen. Im Jahre 1988 wurde zusammen mit der Einführung der neuen weiblichen Stimme auch die Instrumentierung des Pausenzeichens geändert, welches seither elektrisch erzeugt wird. Es klingt nun mehr nach einem Synthesizer. Das "Number Stations Research and Information Center" spricht von einem Klang ähnlich einer Dampforgel.
Darüber hinaus gab es, zumindest seit Einführung der neuen Stimme 1988, noch sechs auf einem Xylophon gespielte Töne . Jeweils immer ein hoher (eingestrichenes f) und ein tiefer Ton (kleines a) im Abstand einer Sexte. Diese Töne signalisieren nach der gesamten Präambel, dass die eigentliche Message folgt.
Sendeplan
Das Programm von E03 wurde mehrmals am Tag ausgestrahlt. Es fand täglicher Sendebetrieb, jedoch mit unterschiedlichen Scheds statt. Nachfolgende Zusammenstellung stellt den Sendeplan von 2006 dar. Zeiten sind in UTC angegeben, Frequenzen in kHz.
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 12:00 | 14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
| 13:00 | 14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
| 14:00 | 10.426 12.603 14.487 |
12.603 14.487 16.314 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
14.487 15.682 16.084 |
10.426 11.545 14.487 |
11.545 14.487 15.682 |
| 15:00 | 11.545 13.375 15.682 |
7.755 8.464 10.426 |
11.545 14.487 16.084 |
11.545 12.603 13.375 |
11.545 12.603 13.375 |
11.545 12.603 13.375 |
11.545 12.603 13.375 |
| 16:00 | 11.545 12.603 13.375 |
11.545 13.375 15.682 |
6.485 7.755 10.425 |
8.464 12.603 14.487 |
11.545 12.603 13.375 |
11.545 12.603 13.375 |
8.464 10.426 11.545 |
| 20:00 | 11.545 |
Anomalien
E03 war durchweg sehr zuverlässig und hatte keine nennenswerten Anomalien.
Laut Angaben in einem, im Enigma Newsletter 14 veröffentlichten, Dossier, soll es darüber hinaus auch Übertragungen mit Digimodes im Format FSK gegeben haben. Diese fanden 48 Minuten nach der vollen Stunde statt und bestanden aus Bursts von einer Minute Dauer.
Fehlerhafte Sendungen
Störungen und Interferenzen
Das Programm von E03 wurde regelmäßig durch den Bubble bzw. Warble-Jammer aus dem Iran gestört.
Trivia
Die Website The Kernel berichtete 2013, dass die Nummernblöcke weiterhin mittels einer Telefonansage aus dem Vereinigten Königreich verbreitet werden und veröffentlichte eine Aufzeichnung der Ansage. Kurz darauf wurde die Ansage deaktiviert und die Redaktion erhielt per SMS eine Aufforderung, die Nummer nicht wieder anzurufen, mutmaßlich in Reaktion auf eine große Zahl von Lesern, die nach der Lektüre ebenfalls bei der Nummer angerufen hatten. Stattdessen wurde die Ansage "backup channel romeo x-ray three nine" gefolgt vom Wort "end" abgespielt.
Tondokumente
E03 mit Ankündigungssignal und ID 39751, Toneinleitung und Nachricht, zusammengeschnitten mit Ende der Nachricht - Datum, Uhrzeit und Frequenz unbekannt (Quelle: Dirk Rijmenants)
Literatur
- Autor: Titel (Verlag) Auflage Jahr, ISBN o. ä. m.
- Giorgos Georgiou: British Bases in Cyprus and Signals Intelligence, Etudes helléniques / Hellenic Studies, Band 19, Seite 121 ff. Online als PDF
Weblinks
- Aus Marjorie Wiki
- Aus Wikipedia Deutsch
- Artikel "We called a secret MI6 phone number"
- "Spynumbers". Profile of The Lincolnshire Poacher 25. Mai 2008
- Simon Mason, 30. Oktober 2009 (suche in Webarchiven!!!)
- N&O column / Spooks newsletter: Dezember 2009
- Artikel "Did we take out MI6’s secret line?"
- Bilder der Antennenanlagen (Vorhangantennen, logarithmisch-periodische Antennen, Radoms)
- Aus Wikipedia Englisch
- Aus Wikipedia Englisch Cherry Ripe
- E03a/Ex E04 - Cherry Ripe
- Cherry Ripe on the Global Frequency Database
- Cherry Ripe station profile on SpyNumbers
- The Lincolnshire poacher with some details on Cherry Ripe
- Cherry Ripe Frequency Change
- The Conet Project – Recordings of Shortwave Numbers Stations
Einzelnachweise
- ↑ E03 in der englischsprachigen Wikipedia, abgerufen am 06.07.2023
- ↑ Der Signal Hill auf Google Maps, Verknüpfung erstellt am 06.07.2023
- ↑ Peter Koblank: Der Venlo-Zwischenfall, Online-Edition Mythos Elser 2006.
- ↑ Offizielle Website des SIS.
- ↑ Iraq inquiry backs new MI6 chief CNN, 14.07.2004, abgerufen am 15.06.2023
- ↑ Abschnitt Sendungen im Artikel Lincolnshire Poacher in der deutschen Wikipedia, abgerufen am 07.07.2023
- ↑ Geschichte des Lincolnshire Poachers in der englischen Wikipedia, abgerufen am 07.07.2023
Quellen
- E03 auf den Seiten des NSRIC, abgerufen im Webarchiv 23.03.2024
- E03 auf der Webseite von Simon Mason, abgerufen im Webarchiv am 07.08.2018
- E03 Profile, PDF-Dokument von Numbers&Oddities, 01.02.2012
- Enigma Newsletter 14, Seite 34 - 37