Sandbox:G12
| Dies ist eine Sandbox für den RC-1 des Artikels G12! Dieser Artikel befindet sich aktuell in der fachlichen Überarbeitung! |
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| Besondere Anmerkungen oder Notizen: | ||
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| Letzte Bearbeitung am 18. 07. 2018 |
| Eckdaten von G12 | |
|---|---|
Wappen des Heeresnachrichtenamtes der Republik Österreich (Bundesheer) | |
| Family (nach ENIGMA / E2k) |
IV |
| Stimme / Sprechweise | Young Lady, automatisch |
| Spitzname / Alias | „N N N“ „Drey“[1] |
| Modulation | AM (A3E/H3E) |
| Nationalität | AUT Österreich |
| Sprach-Derivate | E12, V12, V18 |
| Morse-Derivate | M02 |
| Status | Inaktiv |
| Erstes Log | bereits vor 1970? |
| Letztes Log | Ende 1995 (März 1997?) |
| Siehe auch: Liste der Zahlensender | |
G12 war ein Zahlensender, der auch unter dem Spitznamen N N N bekannt wurde. Auch über diesen Sender war zunächst wenig bekannt, doch durch intensive Recherchen in den vergangenen Jahren konnten einige Details zutage gefördert werden, über die lange spekuliert wurde. Dadurch dass G12 Sprachgeschwister in Ungarisch, Englisch und Französisch besaß wurde beispielsweise lange über den Betreiber gerätselt.
Klassifizierung
G12 ist durch die ENIGMA-Gruppe aufgrund der Sprache (für G = German) klassifiziert und wird der sog. Family VI zugeordnet.
Betreiber
Es gilt als gesichert, dass G12 wie auch seine „Geschwister“ E12, V12, V18 und M02 durch das Österreichische Bundesheer, speziell das Heeres-Nachrichtenamt (HNaA), betrieben wurden. Das HNaA ist der strategische Auslandsnachrichtendienst Österreichs und untersteht dem Bundesministerium für Landesverteidigung.[2] Während des kalten Krieges galt die größte Aufmerksamkeit des HNaA den östlichen Nachbarn ČSSR und Ungarn, sowie ferner Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien und der Sowjetunion.
Mit dem Ende des Kalten Krieges nach 1990 verlagerte sich die Aufklärungstätigkeit des HNaA zunehmend auf die Schwerpunkte der sicherheitspolitischen Interessen der EU. In den Fokus gerieten dabei die Jugoslawienkriege des ausklingenden 20. Jahrhunderts, fanden sie doch unweit der Grenzen Österreichs statt. Die Abschaltung von G12 und am Ende auch E12 ging einher mit dem Ende des Bosnienkrieges und des Kroatienkrieges 1995.
Damals wie heute ist die Kernaufgabe des HNaA die Unterrichtung der österreichischen Bundesregierung über Erkenntnisse aus nachrichtendienstlichen Quellen wie Funkaufklärung, HUMINT und OSINT über das Ausland und internationale Organisationen.[2]
Senderstandorte
Nach derzeitigem Stand der Recherchen (Juli 2018) wurden die Sendungen von G12 wie auch seiner „Geschwister“ über die Sendeanlage Fleckendorf ausgestrahlt. Diese wurde zwar hauptsächlich für den Übersee-Radiotelephoniedienst mit Nord- bzw. Südamerika und Afrika[3] und zwischenzeitlich auch für den Auslandsdienst des ORF genutzt. Anfang 1968 stellte der ORF seine Sendungen aus Fleckendorf ein, der Überseedienst endete angeblich 1978[4], bestätigt sind diese Sendungen jedoch nur bis etwa Ende 1971.[3] Daher erscheint es wahrscheinlich, dass das HNaA den Sender nach Abschaltung des Auslandsrundfunks offenbar schon mitbenutzte, auch wenn andere Quellen angeben, das Bundesheer habe den Sender zu diesem Zeitpunkt bereits übernommen.[5]
Geschichte
Ausgehend von den Recherchen zum Senderstandort scheinen G12 bzw. eine oder mehrere andere Stationen der gleichen Familie ihren Betrieb 1968 oder 1969 aufgenommen zu haben. Bislang ist aber keine Sendung von G12 vor 1970 dokumentiert und kann somit nur gemutmaßt werden. Anders bei E12, hier geht man davon aus, dass das englischsprachige Derivat schon vor 1970 aktiv war.
Erstes Log
Dokumentiert ist ein erstes Log von G12 durch Jochen Schäfer um die Zeit von Ende 1978 bis Anfang 1979. Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Beginn des Sendebetriebs in diesem Zeitraum. Viel wahrscheinlicher ist, dass G12 bereits vorher auf Sendung war, belegt ist dies bislang (Stand Juli 2018) jedoch nicht.
Letztes Log
Das offiziell letzte Log stammt vom 5. Juni 1994[6]. Ab dem 6. Juni 1994 gab es nur noch Sendungen in Englischer Sprache, wobei die Nachrichten von E12 gleichzeitig umfangreicher geworden sind. Allerdings gibt es noch ein unbestätigtes Log vom März 1997,[7] wonach G12 an einem Donnerstagmorgen um 07:30 UTC auf 6765,0 kHz gehört wurde. Offiziell wurde dieses Log in DXer-Kreisen jedoch nie bestätigt, so dass von einer fehlerhaften E12-Sendung auszugehen ist, bei der mutmaßlich das falsche Sprachmodul eingesetzt wurde.
Format
| Sendeformat von G12 | Siehe auch Format von Zahlensendungen | ||||||
| Ankündigungssignal | Präambel | Nachricht | Ende der Übertragung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buchstabe „N“ gemorst, fünf Minuten wiederholt. |
Es liegen Nachrichten vor | ||||||
| Einleitung | Message | Wiederholung | Ende | ||||
| 1. | „Gruppe“ gg „Gruppe“ gg |
FFFFF | „Ende!“ | ||||
Die Kennung begann jeweils zur vollen Stunde mit einer fünfminütigen Dauerschleife des gemorsten Buchstaben „N“. Danach erfolgt unmittelbar die Gruppenzahlangabe, die zweimal gesendet wurde. Ohne weitere Signalwörter begann dann direkt die Botschaft aus fünfer Zahlengruppen, die zweimal übermittelt wurden. Die Sendung schloss mit dem Signalwort „Ende!“.
Eine Agenten-ID wurde nicht gesendet. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die erste Gruppe grundsätzlich den Empfänger bezeichnete. Hier mag die Verschleierung ähnlich G03 und G08 funktioniert haben: die erste Gruppe des One-Time-Pad stellte die Agenten-ID dar. Doch ist dies nur eine Vermutung und nicht belegt, da keine dahingehenden Chroniken von G12 und seinen Geschwistern überliefert sind.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass von G12 oder seinen Sprachgeschwistern sogenannte „NULL-Messages“ ausgestrahlt wurden.
Sprache und Stimme
Die Übermittlung erfolgte bei G12 und seinen Geschwisterstationen schon von Anfang an automatisch. Welche Technik dabei zum Einsatz kam ist unbekannt. Es ist aber von ähnlichen Gerätschaften auszugehen, wie sie bei den ehemaligen DDR-Zahlensendern eingesetzt wurde (siehe dazu auch Magdeburg Annie). Es dürfte sich demnach zuerst um analoge Automation handeln, später möglicherweise auch digitale.
Die Stimmen, es kamen insgesamt drei verschiedene zum Einsatz, war allesamt gut verständlich, da sie eher obertonreich reich waren, ohne dabei schrill zu sein. Bis etwa Dezember 1988, es wurden bis dahin zwei verschiedene Stimmen verwendet, war die Tonhöhe ungewöhnlich hoch, möglicherweise mechanisch gepitcht. Die Aussprache war schnell, etwas gepresst wirkend und dabei Staccato artig. Danach könnte es zu einer Umstellung auf digitale Samples gekommen sein (siehe Sprach-Morse-Generator), denn von da an war die Stimmlage tiefer und die Aussprache deutlich langsamer, getragener. Einige Zahlensenderbeobachter prägten Begriffe wie "lazy" oder "boring".
Es muss noch erwähnt werden, dass für alle Sprachgeschwister die gleiche Sprechstimme verwendet wurde. Offenbar ließ man sowohl die analogen wie auch die digitalen "Smaples" jeweils nur von einer Frau einsprechen.
Sendeplan
G12 nutzte semifeste Sendepläne, bei denen sich die Frequenzen änderten, nicht aber die Uhrzeiten. Diese blieben bei UTC, folgten also keinem nationalen Wechsel von Winter- auf Sommerzeit und umgekehrt. Gesendet wurde auf Frequenzen zwischen 4 und 8,2 MHz. Es gibt lediglich eine dokumentierte Sendung oberhalb dieses Bereichs: 11101,0 kHz[8].
Zum Vergleich folgt zunächst ein Frequenzplan aus dem Jahr 1991, der auf der Internetseite von priyom.org hinterlegt ist:
| Uhrzeit (UTC) | Frequenzen (kHz) |
|---|---|
| 0500 | 4021,0 |
| 1800 | 5880,0 |
| 2000 | 4054,0 4545,0 5425,0 6765,0 |
| 2100 | 4021,0 4054,0 4545,0 4925,0 5177,0 |
| 2200 | 4021,0 4545,0 |
Leider nennt dieser Plan keine Wochentage. Diese Frequenzen werden durch Simon Mason in seinem Buch „SECRET SIGNALS – The Euronumbers Mystery“[9] bestätigt. Zum Vergleich, der letzte belegte Sendeplan vom Januar 1994[10]:
| Wochentag | Uhrzeit (utc) | Frequenz (kHz) |
|---|---|---|
| Mittwoch | 2100 | 5177,0 |
| Donnerstag | 2000 | 4024,0 |
| Freitag | 2100 | 4644,0 |
Einige der Nachrichten wurden wiederholt, manche davon bis zu fünf Mal. Offenbar wollte man seitens des Betreibers sicherstellen, dass die Nachricht beim Agenten angekommen war und setzt die Ausstrahlung erst mit Eingang einer Besätigung ab.
Anomalien
Es liegen derzeit (Stand Juli 2018) keine Berichte über Anomalien vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es bei G12 durchaus das eine oder andere technische Problem gegeben haben könnte.
Bekannt ist lediglich, dass immer wieder Sendungen beobachtet wurden, bei denen die Modulation nicht sauber war, die NF-Filter zu weit geschlossen waren. Dies führte gerade bei hohem Grundrauschen oder Interferenzen zu Problemen bei der Verständlichkeit der Zahlen.
Störungen und Interferenzen
Bei der Betrachtung der Frequenzen fällt auf, dass sich das HNaA weit von den Rundfunkbereichen der Kurzwelle entfernt aufgehalten hat - Ausnahmen 4925,0 kHz im 60-Meter-Band. Es kam daher nicht zu Interferenzen mit Rundfunksendern, zumindest sind keine mehr überliefert (Stand Juli 2018). Einzig mit anderen Utility-Diensten muss es in den Jahren der Aktivität von G12 vereinzelt zu gegenseitigen Störungen gekommen sein. In einigen der nachfolgenden Tondokumenten sind diese Interferenzen zu hören.
Tondokumente
<html5media>File:G12-KHR-1980.mp3</html5media>
G12 (AUT) = "N N N", Gruppe 40, 34789..., Aufnahme von 1980 by Karl-Heinz Ruehl, Frequenz, Datum und Zeit unbekannt. In diesem Beispiel sind die Interferenzen mit anderen Utility-Stationen gut zu hören.
<html5media>File:G12-nnn84 simon mason.mp3</html5media>
G12 (AUT) = "N N N", Gruppe 21, 30248..., Aufnahme von 1984 by Simon Mason, Frequenz, Datum und Zeit unbekannt. Aufnahme ohne Interferenzen.
<html5media>File:G12 unbek datum simon mason.mp3</html5media>
G12 (AUT) = "N N N", Gruppe 24, 63867..., Aufnahme von Simon Mason, Frequenz, Datum und Zeit unbekannt. Auf der Hälfte der Aufnahme wurden die Zahlen 1-0 zusammengeschnitten und das Ankündigungssignal nochmals eingespielt.
<html5media>File:G12a unbek datum simon mason.mp3</html5media>
G12 (AUT) = "N N N", Gruppe 40, 34789..., Aufnahme von Simon Mason, Frequenz, Datum und Zeit unbekannt. Stimme sehr träge und langsam in der Aussprache.
<html5media>File:G12b unbek datum simon mason.mp3</html5media>
G12 (AUT) = "N N N", Gruppe 21, 30248..., Aufnahme von Simon Mason, Frequenz, Datum und Zeit unbekannt. Eher abgehackte Sprechweise, möglicherweise zu scharfer AGC, gesampelte Ziffern.
Einzelnachweise und Quellen
- ↑ Nach der Nomenklatur von tiNG vergebener Name „Drey“
- ↑ 2,0 2,1 Heeres-Nachrichtenamt bei Wikipedia, abgerufen am 19.06.2018.
- ↑ 3,0 3,1 „PTT Linz“, Post- und Telegraphendirektion für Oberösterreich und Salzburg in Linz auf utilityradio.com, abgerufen am 20.06.2018
- ↑ Sender Fleckendorf bei Wikipedia
- ↑ Übergabe des Senderstandortes an das österreichische Bundesheer schon 1968, „Sender Fleckendorf“ auf der Wikipediaseite zu Ansfelden, abgerufen 20.06.2018
- ↑ ENIGMA Newsletter #6, Seite 3
- ↑ ENIGMA-Newsletter #12, Seite 5
- ↑ ENIGMA Newsletter #1, Seite 2
- ↑ Der Zahlensender „N N N“ in der Online-Version von SECRET SGINALS auf der Homepage von Simon Mason, abgerufen am 10.07.2018
- ↑ ENIGMA Newsletter #4, Seite 5