Sandbox:E10

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E10 ist der name eines Zahlensenders in der Nomeklatur der ENIGMA2000-Gruppe und wird dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad zugeordnet. Seit 2009 ist dieser Sender, der in der Hauptsache Nachrichten in Form fünfstelliger Buchstabengruppen übermittelte, verstummt.

Geschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann der Sender seinen Betrieb aufnahm. Erste Logs von Kurzwellenhörern reichen zurück bis in die frühen 1970er Jahre[1].

Nachrichtenformat

E10 sendete keine fünfstelligen Zahlengruppen sondern Buchstaben. Dennoch wird er den Zahlensendern zugeordnet, da auch E10 als Führungsfunk für Agenten im Ausland eingesetzt wurde.

Der eigentlichen Nachricht ging eine aus drei Buchstaben bestehende Präambel voraus. Diese konnte durch eine einzelne Zahl oder durch eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben ergänzt werden, die einen bestimmten Nachrichtenstatus anzeigte.

Für die Präambel sind insgesamt 17 Buchstabengruppen bekannt:

  • ART
  • EZI
  • FTJ
  • JSR
  • KPA
  • PCD
  • SYN
  • ULX
  • VLB
  • YHF
  • CIO
  • MIW
  • ABC
  • BAY
  • FDU
  • GBZ
  • HNC
  • NDP
  • OEM
  • ROV
  • TMS
  • ZWL

Insgesamt wurde die Präambel drei Minuten lang gesendet. Danach wurde zweimal das Ankündigungswort Message gesendet, gefolgt von der Gruppenzahlangabe (z. B. Group 34 Group 34). Die Nachricht begann mit dem zweimal gesendeten Ankündigungswort Text. Danach folgten die fünfer Buchstabengruppen. Diese wurden nur einmal gesendet. Am Ende der Nachricht wurde End of message durchgegeben, gefolgt von zweimal repeat. Die so angekündigte Wiederholung begann wieder mit der Ankündigung Message in zweifacher Aussendung. Schließlich wurde die Nachricht einmal komplett wiederholt. Die Sendung endete mit End of Message und End of transmission. Danach wurde der Sender meist abgeschaltet.

Lagen keine Nachrichten vor, wurde dies durch eine angehängte 1 oder 2 kenntlich gemacht (z. B. VLB2). Diese Durchsagen liefen oftmals zwischen zwei Sendezeiten und sollten wohl unnötige Hörbereitschaft der angesprochenen Agenten verhindern.

Sendeschema

Die Sendungen von E10 starteten für gewöhnlich um h+00 und h+30. Der Sender war diesbezüglich bis Ende der 1990er Jahre sehr präzise. Ab etwa 1999 stellte sich eine leichte Unpünktlichkeit ein, die aber meistens bei unter einer Minute blieb.

E10 verfügte über einen enormen Frequenzpool.Wird noch nachgereicht

Es gab keine feste Zuordnung von Frequenz und Präambel-Gruppe. Zwar blieben die Präambelgruppen zeitweise auf einer Frequenz, wechselten aber nach etwa einem halben Jahr auf eine andere. Es gab auch mehrere parallele Sendugnen zu einer Präambel-Gruppe auf Frequenzen in unterschiedlichen Frequenzbereichen. Somit sollte wohl, bei schwieirigen Ausbreitungsbedingugnen, ein Durchkommen der zu übermittelnden Nachrichten sichergestellt werden. Nicht selten waren mehrere Frequenzen gleichzeitig "on air" - in Spitzenzeiten bis zu 25.

Senderstandorte

Zwar gilt Israel als Urheber der Sendungen, aber es gibt Verdachtsmomente, dass nicht alle Sendungen aus Israel selbst kamen. So wurden beispielsweise in Südafrika Sendungen beobachtet die für die Strecke von Israel bis an das Kap viel zu gute Qualität aufwiesen. Daher liegt der Verdacht nahe, dass der Mossad Sendestellen in "befreundeten" Ländern mit nutzen durfte.

Auch vor dem Hintergrund des potentiellen Aktivitätenfelds des Mossad ist es sehr wahrscheinlich, dass es auch Sendungen gab, die weder in Europa noch in Nordamerika zu empfangen waren. Hier widersprechen sich jedoch viele Quellen. Auch soll es Sendungen im UKW-Bereich entlang der Grenzen zum Libanon, zu Syrien, Jordanien und Ägypten gegeben haben. Doch auch hierfür gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Einzelnachweise